Schadstoffabbau

  Grafik: Stadtansicht mit Gebäuden und Fahrzeugen Urheberrecht: © ISAC

Um Grundwasserkontaminationen infolge von Schadstoffeinträgen zu vermeiden, muss das versickerte Wasser vor dem Übergang ins Grundwasser eine ausreichend hohe Qualität aufweisen. In verschiedenen Forschungsarbeiten wurde deshalb das Filterverhalten von versickerungsfähigen Verkehrsflächen unter Beaufschlagung mit Automobilflüssigkeiten (Öl, Kraftstoff, Bremsflüssigkeit, etc.) untersucht. Die Arbeiten weisen nach, dass derartige Flüssigkeiten an den Gesteinskörnern der Schichten innerhalb der versickerungsfähigen Verkehrsflächenaufbauten haften bleiben und durch biologische Abbauprozesse in ökologisch unbedenkliche Verbindungen umgewandelt werden. Diese biologischen Abbauprozesse werden von Mikroorganismen realisiert und setzen i.d.R. aerobe Bedingungen voraus. Eine ausreichend hohe und schnelle Abführung des eingesickerten Wassers sowie eine gute Belüftung der Schichten sind (auch deshalb) von hoher Bedeutung. Offene Forschungsfragen können sehr gut durch Kooperationen mit den Umweltwissenschaften beantwortet werden.

Ein weiteres wichtiges Kriterium zum ökologisch sinnvollen Einsatz von versickerungsfähigen Verkehrsflächen ist die Ausfilterung und permanente Einlagerung von (kontaminierten) Partikeln. Diese Partikel sammeln sich auf der Straßenoberfläche an und werden bei konventionellen (undurchlässigen) Verkehrsflächen entweder über die Straßenmulden in den Boden bzw. das Grundwasser eingetragen oder (bei Straßen mit hoher Schadstoffansammlung) über Klär- und Absetzbecken abgeschieden. Untersuchungen haben gezeigt, dass versickerungsfähige Verkehrsflächenaufbauten bis zu 90% der (kontaminierten) Partikel ausfiltrieren können. Eine Stabilisierung derartiger Prozesse kann durch zusätzliche Maßnahmen wie Filterschichten oder Filtervliese im Übergang zum anstehenden Untergrund sichergestellt werden. Derzeit fehlen jedoch noch Untersuchungen zur Dauerhaftigkeit der Offenporigkeit (clogging) und der Filterwirkung.