Modeling aggregated accessibility : methodology development and the Aachen Region as a case study

Zheng, Lijuan; Oeser, Markus (Thesis advisor); van Wee, G. P. (Thesis advisor); Scheiner, Joachim (Thesis advisor)

Aachen (2018, 2019)
Doktorarbeit

Dissertation, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, 2018

Kurzfassung

Im täglichen Leben führen Menschen viele Aktivitäten (z. B. Einkaufen, Arbeiten) an unterschiedlichen geografischen Standorten aus. Der Zugang zu diesen Aktivitäten wird als eine Dimension der Lebensqualität betrachtet (Karou & Hull, 2014). Ein Erreichbarkeitskonzept bildet die Möglichkeit ab, die Aktivitäten zu erreichen. Die Verbesserung der Erreichbarkeit der Aktivitäten ist das hauptsächliche Ziel der Verkehrsplanung (Derek Halden, 2002). Die konventionelle Verkehrsplanung analysiert die Erreichbarkeit jedoch häufig nicht explizit. Die konventionelle Verkehrsplanung konzentriert sich ausschließlich auf die Verbesserung des Dienstleistungsniveaus des Verkehrssystems, das zur Verbesserung der Erreichbarkeit beitragen kann oder auch nicht. Daher haben mehrere Forscher betont, dass die Verkehrsplanung mehr Aufmerksamkeit auf die Erreichbarkeit legen sollte (A. M. El-geneidy & Levinson, 2006; Litman, 2017). Die Erreichbarkeitsmessung ist erforderlich, um die Erreichbarkeit zu quantifizieren. Diese Messung umfasst normalerweise zwei grundlegende Variablen. Eine Variable ist die Attraktivität von Aktivitäten, und die andere quantifiziert, wie der Fahrwiderstand die Möglichkeit der Durchführung von Fahrten beeinflusst. Zum Beispiel könnten Menschen längere Fahrzeiten und Reiseweiten für das Erreichen eines Museums tolerieren, als für das Erreichen eines Supermarkts. Bei der Quantifizierung von Erreichbarkeit sollten daher die verschiedenen Aktivitätstypen unterschieden werden. Entsprechend quantifizieren die meisten Erreichbarkeitsanalysen in der Literatur die Erreichbarkeit für jeden spezifischen Aktivitätstyp separat. Für die Verkehrsplanung und die Flächennutzungsplanung kommt es auf die gesamte Erreichbarkeit an, die alle Aktivitätstypen umfasst, auf die die Menschen im täglichen Leben erreichen würden. Die Literatur bietet jedoch keine klare Methodik, um dies zu tun, wodurch Erreichbarkeitsanalysen für reale Anwendungen erschwert werden. Das Ziel dieser Arbeit ist es, ein Modell zur Quantifizierung der aggregierten Erreichbarkeit, das mehrere Aktivitätstypen abdeckt, zu entwickeln. Aufgrund der Fokussierung auf die reale Anwendbarkeit der Methodik wird eine Methodik entwickelt, die auf der Basis vorhandener Datenquellen relativ einfach in der Praxis eingesetzt werden kann und keiner zusätzlichen empirischen Forschung bedarf. Der Fahrwiderstand und die Art, wie der Fahrwiderstand die Fahrmöglichkeiten beeinflusst, variieren zwischen den Verkehrsmitteln. Zum Beispiel sind Personen zu Fuß in Bezug auf die Fahrzeit weniger empfindlich als Personen bei der Fahrt mit dem Auto. Bei der Quantifizierung der Erreichbarkeit sollten daher nicht nur Aktivitätstypen, sondern auch Verkehrsmittel unterschieden werden. Für die Berechnung aggregierter Erreichbarkeiten werden in der vorliegenden Arbeit die Aktivitätstypen in zwei Gruppen klassifiziert: Aktivitäten zur Befriedigung grundlegender Bedürfnisse und Aktivitäten zur Befriedigung zusätzlicher Bedürfnisse. Die Methodik dieser Arbeit besteht aus drei Schritten zur Quantifizierung der aggregierten Erreichbarkeit. Der erste Schritt quantifiziert die Erreichbarkeit jedes Aktivitätstyps für jedes Verkehrsmittel. Der zweite Schritt verwendet Modal-Split-Daten, um Erreichbarkeiten verschiedener Verkehrsmittel für jeden Aktivitätstyp, der zu einer der zwei Aktivitätsgruppen gehört, zu kombinieren. Im dritten Schritt werden Gewichtungsfaktoren basierend auf der Lebensbedeutung der Aktivitätstypen entwickelt, um Erreichbarkeiten verschiedener Aktivitätstypen für jedes Verkehrsmittel zu kombinieren und Erreichbarkeiten verschiedener Aktivitätstypen, die alle Verkehrsmittel umfassen, zu kombinieren. Die Ergebnisse der Methodik sind die Erreichbarkeit jedes Aktivitätstyps für jedes Verkehrsmittel, die aggregierte Erreichbarkeit jeder Aktivitätsgruppe für jedes Verkehrsmittel, und schließlich die aggregierte Erreichbarkeit jeder Aktivitätsgruppe, die alle Verkehrsmittel umfasst. Dieses aggregierte Erreichbarkeitsmodell wird zur Quantifizierung der aggregierten Erreichbarkeit in der Region Aachen angewendet. Die Anwendung zeigt, dass es relativ einfach ist, die Methode in einem realen Fall basierend auf aktuellen Datensätzen anzuwenden, ohne dass zusätzliche Daten gesammelt werden müssen. Inhaltlich zeigen die Ergebnisse, dass die gesamte Erreichbarkeit in den beiden südlichen Städten (Monschau und Simmerath) deutlich geringer als die durchschnittliche gesamte Erreichbarkeit im Untersuchungsgebiet ist, insbesondere die aggregierten Erreichbarkeiten des ÖPNV. Zur Verbesserung der Erreichbarkeit in Monschau und Simmerath wird eine Reihe von Maßnahmen vorgeschlagen, insbesondere für die Bewohner von Monschau und Simmerath, die keinen Zugang zum Auto haben.

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